Donnerstag, 5. Januar 2017

Brauch des Räucherns während der Rauhnächte und Kräuterbuschen

Das Brauchtum des Räucherns ist heutzutage etwas in Vergessenheit geraten. Wobei ich im persönlichen Umfeld einige Leute kenne, die es noch oder wieder praktizieren. Auch ein Landwirt, der regelmäßig die Ställe räuchert, ist mir bekannt. Bei uns kommen jedes Jahr Anfang Januar die Sternsinger vorbei, die Weihrauch in ihrem Räucherkessel in den Hausflur schwenken, um es zu reinigen. In der katholischen Kirche ist das Räuchern noch fester Bestandteil.
Ich mache es so, dass ich zu Beginn des neuen Jahres um den 6.1. herum unser Haus komplett räuchere, um alles feinstofflich zu reinigen und das neue Jahr harmonisch zu beginnen. Manchmal räuchere ich auch zwischendurch, wenn z. B. alle Familienmitglieder ständig krank sind oder schlecht schlafen. Das kommt aber glücklicherweise eher selten vor.

Hier seht ihr, was man zum Räuchern braucht. Ich benutze als Gefäß einen kleinen Kupferkessel, der mich an einen Hexenkessel erinnert, Räucherkohle und das Räucherwerk. Zubehör und die spezielle Kohle kaufe ich vor Ort und diese Dinge reichen bei mir dann etliche Jahre.

Ich benutze eine fertige Reinigungsmischung, die u.a. Weihrauch enthält, zusätzlich Kampfer, der starke Reinigungskraft hat und toll riecht und ein paar Blüten unseres Kräuterbuschens. Man kann zur Verteilung des Rauchs spezielle Fächer verwenden. So etwas besitze ich allerdings (noch) nicht.

Den Kräuterbuschen binden wir jedes Jahr im August zu Mariä Himmelfahrt. Ich habe dieses Jahr vergessen, ihn hier zu zeigen, das hole ich jetzt nach. Um diese Zeit im Sommer gelten die Heilkräuter als besonders wirkungsstark und werden bevorzugt geerntet. Je nach regionalem Brauchtum kommen 7-99 verschiedene Kräuter hinein. Wir nehmen einfach, was wir finden und was uns gefällt. Eigentlich sollte mittig eine Königskerze hinein, aber leider finden wir die grundsätzlich nicht und verzichten deswegen darauf. Wir lassen den Buschen dann an Mariä Himmelfahrt in der Kirche weihen. Hier im Korb sind 4 Buschen vereint, die wir so in die Kirche getragen haben.

Nachdem die Buschen erst in der Vase stehen und hübsch aussehen, kommen sie danach unter das Terrassendach zum Trocknen. Zu meiner Neujahrsräucherei entnehme ich dann Teile und einige davon bekommen die Tiere zu fressen. Das soll ihrer Gesundheit nützlich sein, so der (Aber)glaube.

Hier seht ihr das Entzünden der Räucherkohle. Sie ist selbstzündend, was extrem praktisch ist! man hält sie mit einer Zange fest, hält kurz ein Feuerzeug drunter, dann knistert es und das Teil entzündet sich und glüht schön durch.

Die Kohle kommt in das sandgefüllte Räuchergefäß. Wenn sie durchgeglüht ist, legt man das Räucherwerk obendrauf. Ihr seht es auf dem Foto ganz oben im Beitrag. Damit gehe ich von Raum zu Raum und räuchere vor allem auch alle Zimmerecken ganz gründlich ein. Anschließend lasse ich alles "einwirken", bevor ich ordentlich durchlüfte, ehe die Familie wieder ins Haus darf. Es gibt viele Theorien, wie man "richtig" zu räuchern hat und ich erzähle hier nur, wie ich das mache. Jeder darf da natürlich seine eigenen Rituale durchführen, die er für richtig hält.

Wie sieht das bei Euch aus? Räuchert ihr auch? Gehört es in Eurer Gegend zum Brauchtum?

Kommentare:

  1. Ein toller Brauch, bei uns aber nicht bekannt, aber hier ist auch eine evangelische Gegend, daran liegt es sicher.

    Grüße Ramgad

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  2. Hallo Stefanie,

    danke für den Einblick in Deine Räucherei. Bei uns ist es sicher nicht Brauch aber vor ein paar Jahren hat es mir meine Heilpraktikerin empfohlen und seitdem räuchere ich hin und wieder das Haus aus. Dieses Jahr habe ich mich zum ersten Mal bewusst mit den Rauhnächten befasst und da gehört es ja auch zu. Ich werde wohl erst nächste Woche zum Räuchern kommen. Vorher soll der Fensterputzer für guten Durchblick sorgen und dann komme ich... :-)

    Liebe Grüße und noch ein gutes neues Jahr von
    Stefanie

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